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A Way Out Prison Break 2018?
Seite 1 \\ Der "Von-der-Couch-aus-Bruch"
Zwei Männer, denen Unrecht angetan wurde. Nur gegenseitig können sie sich jetzt noch helfen. In A Way Out erfahrt ihr auf eine ganz neue Weise, wie es ist zum Gejagten zu werden. Gemeinsam mit einem Freund müsst ihr euch durch den Knastalltag kämpfen und euren Ausbruch vorbereiten. Doch was kommt nach der Flucht? Glückt A Way Out das Vorhaben aus dem "Nur eine witzige Idee"-Gefägnis auszubrechen, oder müssen wir dem Titel den Riegel vorschieben? Das erfahrt ihr in unserem folgenden Review.

"Der Feind meines Feindes..."
Vincent Moretti und Leo Caruso: Zwei Männer, zwei Schicksale, ein gemeinsamer Feind. Als frisch verurteilter Sträfling trefft ihr mit dem eher ruhigen und besonnenen Vincent bereits zu Beginn des Spiels auf den aufbrausenden Leo und erlebt, wie dieser gerade bis zum Hals in Ärger steckt. Durch Vincents Neulingsstatus im Gefägnis, wird der Spieler der die Kontrolle über ihn übernommen hat ebenfalls in diese etwas prekäre Angelegenheit hineingezogen. Nachdem Leo und Vincent einige Startschwierigkeiten miteinander hatten, beschließen sie gemeinsam einen Weg aus dem Gefängnis zu suchen. Denn eines steht fest: Alleine werdet ihr es nicht schaffen. Doch der Ausbruch ist erst der Anfang. Draußen erwartet euch eine gefährliche Welt voller actiongeladener Verfolgungsjagden, fesselnder Geschichten und dem allgegenwärtigen Ziel im Hinterkopf, Rache zu nehmen und eure Namen reinzuwaschen. Denn wie es der Zufall will, sind Vincent und Leo in ihren Geschichten viel näher miteinander verbunden, als es anfangs den Anschein hat.


Nur durch Zusammenarbeit schafft ihr es, aus dem Gefängnis zu entkommen.


Klingt super!
Die Story selber wabert in den ersten anderthalb bis zwei Stunden nur sehr langsam, fast schon schleppend vor sich hin, zieht aber sobald ihr das Gefängnisareal nach einem überraschend kurzen Anteil der Geschichte verlassen habt stark an und nimmt Fahrt auf. Ab dort kommt ihr aus den wilden Verfolgungsszenen, in denen ihr manchmal den Part der Jäger, andere Male aber auch den Part der Gejagten übernehmt, schon fast nicht mehr heraus. Ihr müsst mehr als einmal zusammenarbeiten, um euch in brenzligen Situationen gegenseitig den Hintern zu retten und euch weiter auf euer gemeinsames Ziel fokussieren zu können. A Way Out besticht aber vor Allem auch durch seine Protagonisten und deren Geschichten. Sowohl Vincent und Leo, als auch die Personen die sie im Laufe der Story umgeben, wirken greifbar und echt. Die Liebe zum Detail, die Hazelight Studios den Charakteren durch das Design, die Persönlichkeiten und Ängste, und vor Allem durch die absolut hervorragenden Synchronsprecher gegeben hat, lässt die beiden Protagonisten unfassbar tief und überzeugend wirken. Dazu kommen die Geschichten, die sich hinter dem ehemaligen Bankkaufmann Vincent und dem Waisen Leo verbergen, durch die die beiden mit ihren persönlichen Problemen außerhalb des Gefängnisses zu kämpfen haben. Geschichten von Verrat, Intrigen und einer großen Menge Menschlichkeit, die die Fassaden der knallharten Knastbrüder glaubhaft bröckeln lassen. Auch das generelle Sounddesign hat uns, bis auf einige wenige Ausnahmen, durchweg überzeugen können. Der Soundtrack ist stimmig, lenkt jedoch nie zu sehr von den aktuellen Geschehnissen ab, sondern fügt sich wunderbar passend in den Hintergrund ein, um die einzelnen Szenen zu untermalen.


Während der Story habt ihr immer wieder die Möglichkeit, euch für einen von zwei Möglichen Wegen zu entscheiden.


Alle Hände voll zu tun
Grafisch liegt A Way Out für heutige Verhältnisse nur im Mittelfeld. Während das Design der Charaktere selber durchaus detailreich und Lichteffekte im Niveau weit oben angesiedelt sind, finden sich beim genaueren Hinsehen in der Umgebung immer wieder matschige und teilweise platte Texturen, die den Gesamteindruck leider trüben. Diese fallen vor allem bei der Wiedergabe über 4k-fähige Geräte sehr schnell auf. Gameplaytechnisch verlangt euch A Way Out ebenfalls nicht allzu viel ab. Ihr schleicht, klettert und schießt euch durch die umfangreich gestalteten Level, absolviert hier und da einige Partner-Quicktime-Events, lenkt NPCs ab während euer Partner euch ungesehen Zugang zu verschlossenen Räumen oder wichtigen Items verschafft und interagiert auf Knopfdruck mit dem verschiedensten Leuten. Dennoch gefällt uns hier, dass ihr wirklich mit fast jedem NPC der euch begegnet in irgendeiner Weise interagieren könnt. Überdies habt ihr mit beiden Protagonisten jeweils völlig unterschiedliche Herangehensweisen mit den Menschen in eurer Umgebung zu interagieren und könnt euch selber immer wieder zwischen zwei möglichen Antworten entscheiden, deren Wahl die weitere Interaktion mit eurem Gegenüber entscheidet. Zudem ist A Way Out gespickt mit unzähligen Minispielen, seien es nun die verschiedenen Sportgeräte im Hof der Vollzugsanstalt; Instrumente, an denen ihr zusammen eine Runde jammen könnt oder Spiele wie Hufeisenwerfen, Dart, Baseball oder Basketball - all diese kleineren Ablenkungen machen die Welt um euch herum noch lebendiger und lassen euch in den eher kompakten Levelabschnitten auch mal etwas Zeit vertrödeln.


Auch nach dem Ausbruch findet ihr kaum eine ruhige Minute.


Screenpeeking erlaubt, erwünscht und benötigt
Zuletzt müssen wir A Way Out aber noch einmal für eins seiner Kernelemente loben, die heute oft in den Hintergrund gerückt sind: den Koop-Modus. Egal ob ihr nun wirklich mit dem Partner eurer Wahl nebeneinander auf der Couch sitzt oder euch Online die Ehre gebt - den Splitscreen habt ihr immer. Somit habt ihr zu jedem Zeitpunkt den vollen Überblick über die momentane Situation und lauft nicht Gefahr, irgendeinen wichtigen, interessanten oder auch mal wichtigen Moment zu verpassen. Außerdem weckt der Splitscreen bei uns die nostalgischen Gefühle der klassischen Couch-Koop-Titel, die uns seit unserer Kindheit mit Geschwistern oder Freunden zusammen vor den Bildschirm unserer Wahl gefesselt haben. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, das volle Spiel auch Online mit zwei Leuten zu genießen, obwohl es nur einer von euch gekauft hat. Euer Partner bekommt mit der Einladung eine Art Demoversion des Spiels, mit der er oder sie den Titel kostenlos herunterladen kann um es mit euch in voller Länge zu genießen. Hier macht A Way Out einen riesigen Schritt in die richtige Richtung. Wir wollen in Zukunft wieder mehr Spiele sehen, in denen ihr die Wahl eines Couch-Koop-Modus habt. Denn sind wir mal ehrlich: Was gibt es besseres, als mit geliebten (oder gehassten) Menschen zusammen an einem Bildschirm eine solche Erfahrung zu teilen?

Entwickler Hazelight Studios

Verlag Electronic Arts

Die Schöpfer von Brothers – A Tale of Two Sons präsentieren A Way Out, ein reines Koop-Abenteuer, in dem ihr einen von zwei Häftlingen, Leo und Vincent, spielt, die einen riskanten Gefängnisausbruch wagen. Lernt diese beiden ungleichen Charaktere gemeinsam mit einem Freund auf eurer Couch oder online besser kennen und arbeitet zusammen, um sämtliche Hindernisse auf eurem Weg in die Freiheit zu überwinden. [...]

A Way Out
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