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The Witcher 3: Wild Hunt Das Spiel des Jahres?
Seite 1 \\ Stell dir vor, du suchst deine Tochter und es herrscht Krieg…
Als wir 2013 auf der gamescom am Stand von CD Projekt Red zu Besuch waren, versorgte uns das Entwicklerteam nicht nur mit gutem polnischen Bier und leckeren Snacks. Was sie uns an dem Tag vorführten, war nichts Geringeres als das Versprechen, die Maßstäbe des Open World-Genres neu zu definieren. Und ja, die uns vorgeführten Spielszenen sahen damals schon prächtig aus. Auf eine brillante Grafik als wichtiges Kaufargument jedoch wollten sich die Polen ganz und gar nicht festnageln lassen. Im Gegenteil: The Witcher 3 sollte ein autonomes Ökosystem beinhalten, das an jedem Ort der Spielwelt beeinflussbar sei. Egal ob Hauptquest, Nebenquest oder einfache Monsterjagd: Alles sei an Entscheidungen geknüpft, die während des gesamten Spiels miteinander interagieren und immer Konsequenzen auslösen, die dem Spieler spürbar sind. Eure Eigenständigkeit im Zentrum einer sich eigenständig bewegenden Welt. Selbstverständlich führten die großen Worte während der Vorstellung zur reichlich Skepsis unter den anwesenden Redakteuren. Eine Skepsis, welche weniger die zugegebenermaßen hohen Ziele der Entwickler in Frage stellte, sondern viel mehr die Realitätsnähe einer solchen Genrerevolution. Zwei Jahre später ist das Spiel fertig und unsere Befürchtungen sind eingetroffen. CD Projekt Red hat seine Versprechen eingehalten, dem Genre einen neuen Horizont verpasst und viel schlimmer: Unsere bereits hohen Erwartungen übertroffen. Wie, erfahrt ihr in unserem Test.


Die Welt von The Witcher 3: Wild Hunt ist erstaunlich detailreich.


Stell dir vor, du suchst deine Tochter und es herrscht Krieg…
In The Witcher 3: Wild Hunt übernehmt ihr die Rolle von Geralt von Riva, dem Hexer, der sich inmitten eines Krieges wiederfindet, welcher das Land seit geraumer Zeit beherrscht. Selber neutral gegenüber den Kriegsparteien eingestellt, tangiert euch der gewaltsame Konflikt zunächst nur äußerst gering. Gleich am Anfang des Spiels seid ihr nämlich mit der Situation konfrontiert, dass Yennefer – eine ehemalige Flamme aus vergangenen Tagen – euch eine dringende Nachricht hinterlässt. Ciri, Geralts Adoptivtochter, scheint in unmittelbarer Gefahr. Die Wilde Jagd, dunkle Gestalten mit tödlichen Zauberfähigkeiten, sind auf der Jagd nach ihr. Eure einzige Spur: die grausamen Exempel jener, die ihren Weg kreuzten. Der euch umgebende Krieg, mit all seinen Schlachtfeldern und ausufernden Nebenkriegsschauplätzen leistet seinen Beitrag, euch die Spurensuche abermals zu erschweren.


Den Zauberspruch "Igni" könnt ihr durch Verbesserungen noch stärker machen.


Neulingen kann die Vielzahl an Charakteren und Namen der Regionen anfänglich etwas überfordern, doch auch Kenner der Serie finden sich nicht zwangsläufig in der Alleswisser-Position wieder. Die Umwelt der Handlung orientiert sich an vielen Stellen am literarischen Vorbild der Romanreihe von Sapkowski und birgt eher für die Leseratten unter euch wirkliche Insiderwitze. Nichts desto trotz fängt euch die Handlung von The Witcher 3: Wild Hunt dank exzellenter Inszenierung der Zwischensequenzen sofort ein. Die Umgangsweise zwischen den verschiedenen Protagonisten ist so gut umgesetzt, dass ihr ohne Vorkenntnisse trotzdem eine unmittelbare Beziehung zu ihnen aufbauen könnt, die der gemeinsamen Vergangenheit durchaus gerecht wird. Dass zwischen Yennefer und Geralt beispielsweise eine gemeinsame Liebesbeziehung zurückliegt, ist nicht nur offensichtlich erzählt. Besonders der damalige Ausgang der Beziehung sowie die immer noch spürbare Spannung und Anziehung beider zueinander handelt CD Projekt Red gekonnt in 15 Minuten ab, ohne narrativ über die Schwelle zu treten. Selbiges gilt für euren langjährigen Hexer-Freund Vesemir, dessen Abschied nach nicht mal einer Stunde Spielzeit schon etwas emotionale Kraft kostet. The Witcher 3 schafft es, Kenner der Romane, Veteranen der Vorgänger sowie Neulinge der Reihe zielsicher an die Hand zu nehmen, ohne einen durch dessen Vorkenntnis zu bevorteilen. Besonders geschickt ist die Inszenierung von Geralt, während er sich für eine Audienz auf der Burg Wyzima vorbereitet und hier seine Vergangenheit zu Protokoll geben muss. Spieler der Vorgänger können so ihre eigenen Entscheidungen von früher neu im Spiel integrieren, Neulinge bekommen die Möglichkeiten, die wichtigsten Ereignisse samt Konsequenzen spielerisch nachzuvollziehen. Im rollenspieltypischen Dialogmenü könnt ihr hierbei eure Antworten aussuchen.


Wer will, kann auch an Pferderennen teilnehmen.


Reden ist Schweigen, Silber ist Gold
Das Ausmaß und die Einschlagskraft eurer Entscheidungen sind jedoch nicht nur in Schlüsselszenen des Spiels mit weitreichenden Konsequenzen verbunden. Wie eingangs erwähnt, hat das polnische Entwicklerteam ein überaus komplexes System ins Spiel integriert, welches das Prinzip von Ursache und Wirkung innerhalb von Videospielen neu definiert. Mitterlerde: Mordors Schatten hatte uns bereits einen Eindruck davon gegeben, wie solche Mechanismen funktionieren können. Wenn euch im Spiel ein Ork niederstreckte, konntet ihr in Echtzeit verfolgen, wie dieser im Militärrang aufstieg. Zudem schien sich euer Widersacher an frühere Begegnungen zu erinnern. In The Witcher 3: Wild Hunt zeigen sich Parallelen zu diesem System, dessen Strukturen hingegen viel ausgereifter wirken.

Entwickler CD Projekt RED

Verlag Bandai Namco

The Witcher 3: Wild Hunt ist die abschließende Episode der preisgekrönten RPG-Reihe und der letzte Teil der Legende Geralt von Rivas. Der Titel wird das robusteste, atemberaubendste aller CD Projekt RED-Spiele. Das freie Erkunden der offenen Welt ist ein Abenteuer an sich – der Spieler wird kriegsverheerte Landstriche vorfinden, neblige Gewässer durchsegeln und gegen Geld gefährliche Bestien zur Strecke bringen. Ein verbessertes Kampfsystem wird ihm gestatten, als echter Monsterjäger zu agieren, als Hexer, der mit seinen besonderen Hexersinnen und überlegenen Kampffertigkeiten in einer düsteren Fantasywelt überlebt, ... [...]

The Witcher 3: Wild Hunt
Das Spiel des Jahres?
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