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Machinarium Jeder Screenshot ein Kunstwerk
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Wer das Webbrowser Adventure Samorost aus dem Jahre 2003 nicht kennt, hat was verpasst. Das kurzweilige Abenteuer der tschechischen Flash-Spieleentwickler Amanita Design begeistert auch sechs Jahre nach seiner Erstveröffentlichung durch die bizarre Optik und die fesselnde Atmosphäre. In Kooperation mit Daedalic Entertainment schafft es nun Machinarium, der erste große Titel, in die Verkaufsregale. Ob sich der günstige Verkaufspreis von unter 30 Euro lohnt, verrät unser Test.


Zu Beginn muss man Josef Stück für Stück zusammensetzen.


Domo Arigato, Mr. Roboto
Der Protagonist von Machinarium ist der kleine Roboter Josef, der zu Beginn von einem Raumschiff auf den Schrottplatz geworfen wird. Was direkt auffällt, ist der für die Entwickler typische Grafikstil. Die komplette Umgebung sowie die Spielfiguren sind handgezeichnet und haben den skurrilen Touch der bekannten Amanita- Spiele. Durch die Verwendung von Bleistiftschraffuren wirkt die Welt trist und dreckig, was durch die Einstiegssituation verstärkt wird: Josef ist nämlich aufgrund der schroffen Landung inmitten des Schrottplatzes in mehrere Einzelteile zersprungen und muss wieder zusammengesetzt werden. Das Spielprinzip ähnelt zwar einem Adventure, ist allerdings in der Bedienung stark vereinfacht. Ähnlich wie in Samorost vollführt der kleine Roboter Aktionen direkt ohne ein Kontextmenü. Es gibt also weder Befehle wie „Rede mit“, „Nimm“ oder „Drücke“ – stattdessen klickt man einfach mit der linken Maustaste auf einen der vielen Hotspots im Spielbildschirm und wartet ab was passiert. Eine Funktion, um alle interaktiven Elemente des aktuellen Abschnittes anzuzeigen, gibt es leider nicht. Kommt man bei einem der knackigen Rätsel nicht weiter, hilft also nur das schrittweise abgrasen des Bildschirms mit dem Mauszeiger. Gestört hat dies im Spielverlauf allerdings nur geringfügig. Ich war meist positiv überrascht, wie nahtlos die beweglichen Objekte in die Umgebung integriert wurden.


Der Grafikstil ist den Entwicklern absolut genial gelungen


Streck Dich!
Roboter Josef verfügt über die außergewöhnliche Fähigkeit seinen Oberkörper nach Belieben zu verkleinern und zu vergrößern. So kann er höher liegende Objekte aufnehmen oder beispielsweise kaputte Sprossen einer Leiter überwinden. Da der kleine Metallmann eine ansonsten ziemlich starre Anatomie aufweist, kann er sich weder Bücken noch durch enge Schächte kriechen. Hier kommt die Verkleinerung des Oberkörpers ins Spiel, wodurch er solche Dinge problemlos meistern kann. Eine Besonderheit ist die absolute Kargheit, die Machinarium trotz seiner Fülle an Details ausstrahlt. Dieser absolute Widerspruch in Kombination mit den wirklich gelungenen Animationen macht den Titel optisch zu einem absoluten Leckerbissen. Ab einer gewissen Auflösung läuft das Abenteuer übrigens nicht mehr im Vollbild sondern mit schwarzen Balken an den Seiten. Eine weitere Besonderheit ist die komplette Absenz von Wort und Sprache, denn die Roboterbevölkerung kommuniziert ziemlich minimalistisch in Form von kleinen Sprechblasenfilmchen. Klingt zunächst ein wenig langweilig, ist aber wunderschön umgesetzt und trägt sehr zur melancholisch-angehauchten Grundstimmung bei.

Man spricht Bild
Wie bereits angesprochen, gibt es in Machinarium kein Befehlsmenü. In der Praxis klickt ihr euch meist von Objekt zu Objekt, wobei man gewisse Objekte eben nur als gestreckter bzw. verkleinerter Roboter erreicht. Auch ein Inventarmenü ist vorhanden und Objekte können sogar miteinander kombiniert werden. Gerade letzteres sorgt an einigen Stellen für wahres rumexperimentieren, da man die Fähigkeiten des kleinen Roboters teilweise wahrlich unterschätzt. Objektiv betrachtet wirken die meisten Rätsel durchaus logisch, wodurch der Frustfaktor ziemlich gering ausfällt. Für jeden Abschnitt gibt es übrigens eine kleine Lösungshilfe, die auf Knopfdruck als Gedankenblase von Josef erscheint und einen kleinen Tipp gibt. An manchen Stellen trifft man auch auf kleinere Knobeleien in Form von unterschiedlichen Schalterrätseln. Die Spielzeit ist mit fünf Stunden zwar nicht sonderlich lang, das Spielgefühl dafür jedoch absolut außergewöhnlich.


Machinarium kommt perfekt ohne Synchronisation und Text aus


Kaum zu glauben, aber Machinarium ist komplett in Flash programmiert. Dennoch bietet der ausgefeilte Titel einen bildschirmfüllenden Modus sowie eine Speicherfunktion sodass überhaupt nicht das Gefühl eines Webbrowser-Plugins entsteht. Letzteres ist mittlerweile übrigens nur noch ein Image aus vergangenen Tagen, denn Adobe Flash ist mittlerweile weitaus mehr. Dies sei allerdings nur kurz am Rande erwähnt. Aufgrund der Plattform-Komptabilität von Flash, ist auf der Disc ebenfalls eine Mac- Version enthalten. Wer weiß, vielleicht erwartet uns irgendwann sogar eine iPhone-Umsetzung, die Entwicklertools seitens Adobe stehen bereits zur Verfügung. Wer sich für die Version im Handel entscheidet, erhält eine absolut schicke Verpackung im Metallic-Look sowie das kostenpflichtige Adventure Samorost 2 aus dem Jahr 2005, den Machinarium-Soundtrack als Audio-CD, sowie ein großformatiges, doppelseitiges Poster. Das sind Extras, mit denen man sich nur zu gerne an diesen außergewöhnlichen Robotertrip erinnert – Danke Daedalic.

Entwickler Amanita Design

Verlag Daedalic Entertainment

Von Daedalic Entertainment, den Machern von „Edna bricht aus“ und „The Whispered World“, kommt ein neues, skurriles Abenteuer: Das klassische Adventure „Machinarium“ entführt den Spieler in eine von Robotern bevölkerte Stadt, wo rostiges Metall und seltsame Maschinen die Szenerie bestimmen. Der kleine Roboter Josef findet sich zu Spielbeginn in Einzelteilen auf einem Schrottplatz außerhalb der Stadtmauern wieder. Mit der Hilfe des Spielers setzt er sich wieder zusammen und macht sich auf den Weg zurück in die Stadt, wo er zufällig den Vorbereitungen eines Bombenanschlags auf die Spur ... [...]

Machinarium
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