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Outcry: Die Dämmerung Am Rande der Realität
Seite 1 \\ Schalter, Schläuche und Maschinen

Machen wir uns nichts vor, das Adventure-Genre hat seine besten Tage hinter sich. Tot ist das Genre deswegen aber noch lange nicht, denn gerade auf dem PC erreichen uns in unregelmäßigen Abständen immer wieder ein paar kleine Adventure-Perlen. Doch auf jeden gut gelungenen Adventure-Titel kommt auch immer mindestens ein eher lahmer Ableger. Nun ist Outcry: Die Dämmerung bei uns im Testlabor eingetroffen und wir verraten euch in diesem Review, was es mit dem Spiel auf sich hat und natürlich auch, wie gut es sich letztendlich geschlagen hat.

Von Dark-Ambient bis Neoklassik?

Zuallererst ein paar Worte der Warnung. Outcry sollte definitiv als Nischentitel betrachtet werden. Nicht nur die Tatsache, dass das Adventure-Genre auf dem Mainstreammarkt sowieso einen schweren Stand hat, sondern auch die überaus eigenwillige Präsentation des Titels tragen dazu bei, dass das Spiel wohl nur eine recht kleine Zielgruppe haben wird, was aber ja nicht zwangsläufig etwas schlechtes sein muss. Die Präsentation und auch das ganze Spiel lassen sich nur schwer in Worte fassen, aber das Adjektiv „bizarr“ umschreibt das ganze Geschehen schon ganz gut.

 


Die mysteriöse Kapsel!



Kommen wir zuerst einmal zur Story. Ihr übernehmt die Rolle eines Schriftstellers, von dem ihr, abgesehen von seinem Beruf, so ziemlich gar nichts wisst, auch nie einen Blick auf ihn bekommt, da das ganze Spielgeschehen in der Egoperspektive stattfindet. Obwohl ihr schon seit Jahren nichts mehr von eurem Bruder gehört habt, erhaltet ihr plötzlich einen Brief von eurem Bruder, einem Wissenschaftler. Dieser hatte sich in letzter Zeit nach und nach aus der Öffentlichkeit zurückgezogen,  komplett isoliert und an einem seltsamen wissenschaftlichen Projekt gearbeitet. Der Inhalt des Briefes ist reichlich wirr und euer Bruder bittet euch, ihn so schnell wie möglich aufzusuchen, um sich seine neueste Wissenschaftlich Entdeckung anzuschauen. Zum Zeitpunkt eures Eintreffens ist euer Bruder jedoch bereits tot und ihr begebt euch in sein Haus, um dem ganzen Mysterium auf den Grund zu gehen.

 


Die Umgebung wird immer seltsamer.

 


Auch wenn sich das alles für den einen oder anderen ziemlich klischeebeladen und einfallslos anhört, ist das Grundkonzept des Spiels doch sehr stimmig. Erreicht wird dies durch die recht interessante Story und die gelungene Atmosphäre. Nach und nach erfahrt ihr, wie sich euer Bruder immer mehr von der Welt abgekoppelt hat und letztlich an seiner Arbeit - einer Maschine, die den Zugang zu einer mysteriösen Traumwelt ermöglicht - sowohl körperlich als auch geistig Stück für Stück zugrunde ging. Dieser Erkenntnisprozess vollzieht sich in einer Umgebung, die selber schon wie eine komplett andere Welt wirkt, untermalt von atmosphärisch sehr dichter, zum Gesamtkonzept sehr gut passender Musik. Allerdings muss man sich auf dieses Spiel auch einlassen können. Schaut euch unbedingt ein paar Screenshots oder am besten einen Trailer an und lasst ihn einfach auf euch wirken. Wenn euch das, was ihr seht nicht gefällt, solltet ihr lieber gleich die Finger vom Spiel lassen.

Schalter, Schläuche und Maschinen

Das Grundkonzept stimmt also, schon einmal ein guter Anfang. Doch ist das Spiel wirklich auch gut umgesetzt? Und bei der Umsetzung kommen wir genau zu dem Punkt, bei dem sich Outcry: Die Dämmerung in gewisser Weise selber ein Bein stellt. Denn leider wurde aus dem so vielversprechenden Konzept viel zu wenig gemacht und das Spiel ist stellenweise schlicht und einfach schlecht konzipiert. So ist die Story an sich zwar halbwegs interessant, zeigt allerdings auch seine Schwächen, doch die Tagebucheinträge eures Bruders, die ihr im Verlaufe des Spiels findet sind zwar von einer ziemlich guten Synchronstimme gesprochen, aber viel zu langatmig vorgelesen. Irgendwann werdet ihr anfangen, die Briefe einfach nur schnell durchzulesen, ohne auf die Stimme im Hintergrund zu achten.

 


Ein typisches Schalterrätsel...gähn!

 


Und gerade beim Gameplay weiß Outcry leider überhaupt nicht zu überzeugen. Innovationen sucht ihr vergebens und das Spiel spielt sich genau so, wie sich Adventures schon immer gespielt haben. In dieser Hinsicht versucht Outcry noch nicht einmal großartig neue Elemente einzubauen. Die wäre allerdings nur halb so schlimm, wenn zumindest die Rätsel an sich innovativ wären. Dies ist aber auch nicht der Fall, zwar sind die Rätsel größtenteils ziemlich solide, meist auch logisch, sind aber auch ein wenig von Einfallslosigkeit geprägt, zu oft stößt man auf die typischen Schalter- oder Kombinationsrätsel.

 


Das Spiel ist detailreich gestaltet.

 



Auch von der grafischen Seite ist Outcry: Die Dämmerung rein technisch gesehen keine große Bereicherung. Dies wird allerdings durch das sehr stimmungsvolle Umgebungsdesign wieder wett gemacht, jedoch hätte ein wenig Dynamik dem Spiel trotz allem gut getan. Ihr stoßt auf haufenweise Apparaturen, seltsame Gemälde und Fotos und je weiter ihr im Spiel vorrückt, desto seltsamer wird die ganze Sache. Allerdings gibt es auch hier ein paar Mängel. Wohl auch aufgrund der fehlenden Dynamik und mangelnden Interaktion mit der Umgebung, lassen sic viele Sachen leicht übersehen und sind zunächst gar nicht als für das Spielgeschehen relevante Elemente erkennbar.
 

Entwickler Phantomery Interactive

Verlag Atari

In diesem Myst-artigen Adventure begeben ihr euch in die Abgründe des menschlichen Unterbewusstseins und deckt mysteriöse Geschehnisse aus der Vergangenheit auf! "Outcry: Die Dämmerung" ist ein Adventure in der 1st-Person-Perspektive und ist das Erstlingswerk der russischen Spieleentwickler Phantomery. In "Outcry: Die Dämmerung" schlüpfen Sie in die Rolle eines gealterten Schriftstellers, der eine überraschende Einladung seines Bruders erhält. Sie haben den Wissenschaftler seit Jahren nicht mehr gesehen und stellen wenig später fest, dass er auf seltsame Weise verschwunden ist. Kurz darauf entdecken Sie ... [...]

Outcry: Die Dämmerung
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