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Sniper: Ghost Warrior 3 Trübe Optik – das Ziel weit verfehlt
Seite 1 \\ Darauf haben wir also gewartet
Sniper: Ghost Warrior steht seit jeher für ein intensives Stealth- und Sniper-Erlebnis. Waren die beiden Vorgänger in einzelne Missionen unterteilt, entschied man sich beim dritten Teil für eine offene Spielwelt. Mehrere verschobene Releases sorgten für eine angespannte Erwartungshaltung. Wie unser Eindruck von Sniper: Ghost Warrior 3 letztendlich aussieht, könnt ihr in unserem Review nachlesen.

Sie sind der beste Mann für den Job! (?)
US-Marine-Scharfschütze Jon North ist für einen Spezialauftrag in Georgien, nahe der russischen Grenze, gelandet. Seine Aufgabe ist es, die plötzlich erstarkten Separatisten auszuschalten und dem Land wieder mehr Sicherheit zu bieten. Kompliziert für ihm wird der Fall erst, als er erfährt, dass sein vor kurzem entführter Bruder ebenfalls in Georgien versteckt sein soll. Ist Jon noch der beste Mann für den Job? Zugegeben, es gibt wenige Shooter mit einer ausgefeilten und exklusiven Story. Auch Sniper: Ghost Warrior 3 gehört eher in die Riege der "irgendwo bekannten" Storylines. Das ist an sich nicht schlimm, der Konflikt, seinen Bruder retten zu können, aber dementsprechend die Verantwortung für ein ganzes Land zu vernachlässigen ist an sich ein guter Ansatz. Kommt aber leider kaum zum tragen, da das Storytelling sowieso linear verläuft und die Spannung somit immer gering bleibt. Nicht schlimm, solange die Erzählung sauber gehalten ist. Oder eher wäre. Leider tragen die Dialoge in Sniper: Ghost Warrior 3 nicht zum Spannungsaufbau bei, viele Übersetzungsfehler, ausbleibende Gesprächsdynamik und platte Dialoge bremsen die Präsentation stark aus. Seien es Gespräche über Georgien, in denen das Land von nur einem Gesprächsteilnehmer "Georgia" genannt wird, oder Dialoge deren Ausdruck vollkommen aneinander vorbei erscheint. Das Grundgerüst, eine One-Man-Army zu sein, die im Stillen vorgeht, reichte uns aber trotz allem noch aus, um uns durch die Geschichte zu schießen.


Georgien: eher ein trostloses Stückchen Land, der sowjetische Einschlag und sein Verfall sind deutlich sichtbar.


Eine offene Welt voller abgeteilter Missionen
Die angepriesene große offene Spielwelt existiert wirklich, ist aber relativ trist gehalten und bietet, wie leider oft genutzt, unnötige Sammelgegenstände, die die spärlich gesäten Orte bereichern sollen. Die Fülle an Aktivitäten ist beschränkt auf die Hauptstory, Nebenmissionen und kleinere Aufgaben die zum Beispiel Fertigkeiten mit der Drohne auf die Probe stellen. Vergleiche mit anderen Opern World Shootern wie der Far Cry Reihe sollte man nicht anstellen, wenn Sniper: Ghost Warrior 3 gewinnen soll, hier fehlt es an Erkundungsmöglichkeiten, Leben und Aufgabenvielfalt. Widmet ihr euch den einzelnen Missionen, so zeigt Sniper: Ghost Warrior 3 die Stärke der Reihe. Observation, taktisches Vorgehen und lautloses Ausschalten eurer Ziele. Die Missionen machen in erster Linie Spaß, die namensgebende Hauptmöglichkeit, eure Gegner auszuschalten ist gut umgesetzt. Neben dem Sniper-Vorgehen könnt ihr euch auch für die beiden anderen Teile des Titels entscheiden. Als Ghost schleicht ihr euch in die Auftragsgebiete und schaltet möglichst lautlos eure Gegner aus, als Warrior stürmt ihr die Zielorte und geht mit roher Kraft vor.


Durchs Visier gucken reicht nicht, ihr müsst auch auf die Entfernung und den Wind achten um zu treffen.


Tatsächlich sind die Missionen so ausgelegt, dass ihr jeden der Wege nutzen könnt. Natürlich könnt ihr auch kombinieren und so wird jeder der drei Wege mit ausgebildet und ihr könnt in den drei Skill-Bäumen Fertigkeiten freischalten, die die jeweilige Vorgehensweise verbessern. In eurem Geheimversteck könnt ihr an der Werkbank Munition und Tools herstellen, Waffen kaufen und aufwerten, euch auf die Missionen vorbereiten und habt jede Menge Platz um die Sammelobjekte zu bunkern. Die offene Welt ist zwar nicht zu belebt, dennoch bieten gerade die Orte mit Gegnern reichhaltige taktische Möglichkeiten. Die Steuerung der Drohne ist allerdings alles andere als angenehm, so eiert ihr schwerfällig durch die Luft und versucht eure Gegner zu markieren, was zum Teil einige Sekunden dauern kann. Hier wäre weniger Realismus mehr Spielspaß gewesen und hätte einige Missionen weniger frustrierend untermalt. 


Bei so einer matschigen Textur auf der Kleidung würden wir auch so unzufrieden gucken, macht übrigens jeder Gegner so


Gut Ding wird noch Weile haben
Doch wirkt die gesamte Spielphysik noch unstet, das Spiel an sich nicht ausgereift. Neben Ladezeiten von vier bis sieben Minuten bis wir loslegen durften fielen uns verschiedenste Glitches auf. Von ausbleibendem physikalischen Feedback beim Fahren, fehlenden Umgebungsgeräuschen oder Effekten, oder NPCs, die uns in Gesprächen absolut nicht fixierten und wie Blinde oder Ignoranten an uns vorbeischauten. Aufpoppende Texturen in der Landschaft, nicht nur bei entfernten Objekten, sondern auch unmittelbar vor uns ärgerten uns genauso wie sich auffällig wiederholende Texturen in kurzen Abschnitten. Matschiger Pixelbrei als Tarnmuster, ausdruckslose Gesichter bei Gegner und anderen NPCs, all das schmälerte unser Spielerlebnis sehr und zeigte, dass auch jetzt zum Release noch viel zu tun ist. Auch der gratis Season Pass tröstet nicht über die großen Mängel hinweg. Das ist sehr schade, die offene Spielwelt wäre ein interessanter Aspekt und macht durchaus auch für einen Sniper-Spezialisten Sinn und Spaß. Zukünftige Updates sollten im Bestfall die technischen Mängel ausmerzen und die Welt von Georgien beleben.

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Entwickler City Interactive

Verlag Koch Media

In Sniper: Ghost Warrior 3 übernehmt ihr die Rolle des top ausgebildeten US-Marine-Scharfschützen Jon North. Abgesetzt im nördlichen Georgien nahe der russischen Grenze, beginnt Ihre Geschichte rund um Zusammenhalt, Vertrauen und Verrat. Was zunächst als normaler Auftrag für euch beginnt, entpuppt sich als eure wohl härteste und persönlichste Mission. [...]

Sniper: Ghost Warrior 3
Trübe Optik – das Ziel weit verfehlt
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