backtotop
Informationen
Blackwood Crossing All aboard the Feel-Train
Seite 1 \\ Eine Reise der Gefühle
 Seite 1  Eine Reise der Gefühle 
 Seite 2  Fazit 
Längere Zugfahrten findet ihr langweilig? Ihr vermisst eure kindliche Fantasie, um euch die Zeit während der Fahrt zu vertreiben? Dann haben PaperSeven mit Blackwood Crossing genau das richtige Erlebnis für euch. Wir haben uns zu Scarlett und Finn in den Zug gesetzt und uns für euch angeschaut, was Blackwood Crossing zu bieten hat. Aber Vorsicht: Es wird emotional.

Die Reise beginnt...
Blackwood Crossing behandelt die Geschehnisse rund um die zwei Waisenkinder Scarlett und Finn, die ihnen auf einer anfangs recht langweiligen und eintönigen Zugfahrt zustoßen. Ihr schlüpft dabei in die Rolle von Scarlett, die während der Fahrt auf ihren jüngeren Bruder aufpassen soll, als dieser euch plötzlich entwischt. So begebt ihr euch auf eine Reise innerhalb einer Reise, die unerwarteter nicht sein könnte. Auf dem Weg durch die Waggons des Zuges trefft ihr neben eurem kleinen Bruder auch immer wieder auf eure verstorbenen Eltern, verlorene Freunde und einen mysteriösen Hasenjungen. Während ihr euren Bruder sucht und diverse Male versucht ihn zu retten erlebt ihr eure eigene Beziehung zueinander neu und lasst diese Revue passieren. Eure Reise führt euch aber auch in Welten, die sich plötzlich auf magische Weise aus dem tristen Zug entwickeln: an bekannte Orte wie das Gewächshaus eures Großvaters oder euer eigenes Baumhaus und auch auf die unbekannte imaginäre Insel eures kleinen Bruders Finn, die er passenderweise Finnland nennt. Dabei erlebt ihr eine Geschichte voller Leben, Liebe aber auch tiefer Verluste, die euch packt, zum Nachdenken anregt und vielleicht sogar zum Weinen bringt.


Auf eurer Reise trefft ihr unter Anderem auf einen mysteriösen Hasenjungen


...und endet schneller als erwartet
Das größte Manko an Blackwood Crossing ist unserer Meinung nach aber definitiv die Länge des Spiels. So könnte man die Story tatsächlich innerhalb einer etwas längeren Bahnfahrt komplett durchspielen, denn mit seinen knapp 3h zählt Blackwood Crossing leider nicht zu der Sorte Spiel, mit denen man sich mehrere Tage beschäftigen kann. Dennoch fühlten wir uns während der recht kurzen Zeit, die wir mit Blackwood Crossing verbrachten, trotz allem sehr unterhalten und vor allem emotional sehr beteiligt.


Geschwister haben es nicht immer leicht miteinander


Böse Zungen könnten überdies behaupten, Blackwood Crossing sei nur ein weiterer „Walking Simulator“, dem es bis auf die ein oder andere Antwortentscheidung á la Telltale an Gameplay und Substanz mangelt. Dabei lägen sie auch gar nicht mal so verkehrt, denn bis auf einige wenige Puzzleartige Rätsel die von euch verlangen, auf kleine Details in eurer Umgebung zu achten und ebenjene Entscheidungen, wie wir als Scarlett auf bestimmte Dialoge und Geschehnisse antworten gibt es tatsächlich wenig, was aus reiner Gameplay-Sicht für Blackwood Crossing spräche. Jedoch lässt einen das Spiel recht schnell erkennen, dass PaperSevens Fokus auch nicht unbedingt darauf lag, den Spieler durch sein überragendes Gameplay zu fesseln. Vielmehr geht es in Blackwood Crossing um das Erlebnis und die Erfahrungen, die die Geschehnisse um Scarlett und Finn vermitteln wollen. Und hier treffen die Entwickler genau ins Schwarze.


Der Zug verwandelt sich im Laufe des Spiels immer wieder vor euren Augen. So z.B. in einen Garten mit Baum...


Nächster Halt: Gefühlshausen
Die Geschichte der zwei Waisenkinder ist bewegend, die Welt um sie herum mit viel Liebe gestaltet und auch die Charaktere der beiden sind sehr überzeugend, was unter Anderem der unserer Meinung nach grandiosen Synchronsprecherarbeit zu verdanken ist. Die verschiedenen Emotionen, die die beiden Akteure im Laufe von Blackwood Crossing äußern, fühlen sich echt an und auch die Mimik und Gestik der Geschwister wirkt trotz des sehr süß gestalteten Grafikstils sehr überzeugend.


...oder in eine dunkle Höhle.


Damit kommen wir zu einem weiteren Punkt, der Blackwood Crossing großartig macht: die Grafik und Umgebungen. Der Grafikstil vermittelt nach außen hin einen sehr süßen, leicht cartoonesken Eindruck. Dennoch oder gerade deswegen wirken die Umgebungen sehr liebevoll gestaltet und passen perfekt in das Thema der kindlichen Vorstellungskraft, die auch eines der tragenden Konstrukte von Blackwood Crossing darstellt. Die einzelnen unterschiedlichen Umgebungen sind überaus detailreich gestaltet und beweisen das Herzblut der Entwickler, das in das Projekt geflossen ist. Von dem zerkratzen Nagellack auf Scarletts Fingern über die vielen Einzelheiten, die individuellen Spielzeuge und die überragend einfallsreichen Anspielungen auf Filme und Popkultur der letzten 30 Jahre (Free Willy, Forrest Gump, Kevin allein zu Haus, Das Schweigen der Lämmer, Donnie Darko, etc.) in Form von diversen Postern und Co. bis hin zu den offenen, mal mehr und mal weniger bunten und sehr abwechslungsreich gestalteten Levelabschnitten, die sich alle aus der doch recht einseitigen Umgebung eines allzu bekannten Zuges entwickeln gibt es überall etwas zu sehen, dass die Welt in der sich Scarlett, Finn und die diversen Nebenfiguren im Laufe von Blackwood Crossing bewegen tief und liebevoll wirken lässt.


In Blackwood Crossing finden sich unzählige Anspielungen auf verschiedenste Filme wie "Das Schweigen der Lämmer"


Zusammen mit der interessanten und fesselnden Story, die uns gegen Ende tatsächlich auch die ein oder andere Träne in die Augen getrieben hat (a.k.a. uns zum Heulen gebracht hat wie Schlosshunde), erschafft PaperSeven mit Blackwood Crossing ein unserer Meinung nach grandioses und interessantes Erlebnis, dass uns neugierig darauf macht, was uns das recht junge Entwicklerteam in den nächsten Jahren so alles zu bieten hat.

› Kommentare

Entwickler PaperSeven

Verlag Vision Games Publishing

Blackwood Crossing ist ein storybasiertes First-Person-Adventure. Es beinhaltet die faszinierende und gefühlvolle Geschichte zweier Geschwisterwaisen, Scarlett und Finn, und ihrer zerbrechlichen Beziehung zueinander.  [...]

Blackwood Crossing
All aboard the Feel-Train
 Navigation
  Seite 1  Eine Reise der Gefühle 
  Seite 2  Fazit 
Zur Galerie