Seite 1 \\ Finden die Ghosts zu alter Größe?
Mit Ghost Recon: Advanced Warfighter 2 erschien im Jahr 2007 der letzte Titel der erfolgreichen Reihe. Fünf Jahre später veröffentlicht Ubisoft den neusten Spross: Ghost Recon: Future Soldier. Seid ihr bereit, abermals in die Haut der Elitesoldaten zu schlüpfen?Schneller als ein Geist
Da ist er, der Konvoi. Alles geht blitzschnell. Es fallen Schüsse. Gezielte Schüsse. Binnen kürzester Zeit hat die Spezialeinheit, viele nennen sie nur die „Ghosts“, ihr Ziel ausgeschaltet. Ein Routineauftrag für die beste Kampfeinheit der Welt, die ihren Gegnern meist dank fortschrittlicher Technik weit überlegen ist. Wir sind mittendrin, lernen bei diesem ersten Einsatz die Grundeigenschaften der Steuerung kennen. Dennoch findet bereits unser erster Einsatz kein Happy End – im Gegenteil: Durch einen Sprengkopf wird unsere ganze Einheit ausgelöscht.
![]() Die Ghosts sind zurück! |
Ein neues Team muss ran, um den Fall aufzuklären. Denn was sich anfänglich klein anhört, hat gewaltige Ausmaße, die euch Ghost Recon Future Soldier immer wieder vor Augen führt. Allerdings bleibt die Geschichte über weite Strecken nicht interessant, sondern driftet immer weiter ab, sodass sie den Spieler stellenweise gar nicht mehr interessiert. Tom Clancy-Fans wird allerdings solide Kost geboten – und die Geschichte schickt euch um den ganzen Erdball: Afrika, Russland, Bolivien, Norwegen und Pakistan sind nur einige Schauplätze, die ihr in Future Soldier besucht. Die sind allesamt sehr schön in Szene gesetzt. Besonders die Einsätze in Wäldern wissen dank toller Lichteffekte zu überzeugen. Einzig in Gebäuden hätten wir uns hier und da ein paar mehr Details gewünscht.
Umfangreiches Weltenbummeln
Den Ghosts steht während ihrer Einsätze – wie Anfangs bereits erwähnt – meistens topaktuelle Hightech-Ausrüstung zur Verfügung. Wichtig für das Gameplay ist der Tarnmodus: Geht ihr in die Hocke, seid ihr fast unsichtbar und für eure Feinde schwerer zu entdecken (Achtung: Geht ihr zu nah heran, eröffnen eure Kontrahenten das Feuer!) und könnt so überraschende Hinterhalte tätigen oder einzelne Gegner gezielt im Nahkampf ausschalten. Entdecken eure Gegner zudem eine Leiche, wird der Tarnmodus ebenfalls aufgehoben, denn die Wachen sind dann fortan in Alarmbereitschaft. Was sich seltsam anhört, ist aus der Sicht des Gameplays eine gute Entscheidung. Schleicht ihr zu Beginn herum und schaltet eurer Gegner leise und gezielt aus, verwandelt sich Future Soldier von jetzt auf gleich in einen knallharten Third-Person-Shooter. Das Deckungssystem funktioniert dabei sehr gut; eine Anzeige zeigt euch stets verfügbare Deckungen an. Aber Achtung: Hinter einem Holzzaun seid ihr nicht so sicher wie hinter einer massiven Steinwand.
![]() Die Drohne ist ein mächtiges Hilfsmittel. |
Im Gefecht unterstützen euch eure drei Mitstreiter oft ziemlich gut und stehen nur selten im Weg rum. Direkt befehligen könnt ihr die restlichen Ghosts aber nur sehr eingeschränkt. Nutzt ihr beispielsweise die Drohne, um feindliche Streitkräfte zu markieren, dürft ihr den Befehl zum Feuern geben – und eure Partner treffen dabei immer ins Schwarze. So könnt ihr kleinere Verbände ausschalten, ohne entdeckt zu werden. Das hat nur eine negative Seite: Future Soldier wird durch diese Vorgehen stellenweise viel zu einfach. Andererseits kann es, sobald ihr entdeckt werden, sehr schnell gehen, dass ihr ins Gras beißt. Habt ihr Glück, eilt euch aber selbst dann einer eurer Kameraden zur Hilfe, um euch wieder kampfbereit zu machen.
Nichts ist so wie früher
Das alles hört sich auf dem Papier gut an, glaubt Future Soldier aber auch eine gewisse Glaubwürdigkeit. Denn wer sich erinnert, hat die Ghost Recon-Titel oft als knallharte Taktikbombe im Kopf. Das ist fortan – aufgrund der guten KI, dem Tarnanzug und den Drohnen – aber nicht mehr gegeben. Ihr könnt keine falschen Entscheidungen mehr treffen, euch nicht verzetteln. Das Spiel gibt sich an vielen Stellen mehr als klassischer Shooter. Selbst einer Entdeckung durch eure Feinde könnt ihr im letzten Moment aus dem Weg gehen, denn eine Anzeige weist euch eben darauf hin. An dieser Stelle fehlt dann einfach der Nervenkitzel, der die Serie ausmacht. Klar, ihr seid Teil einer absoluten Elitetruppe – aber macht die nicht auch mal Fehler? Auch nervig: Habt ihr ein Gebiet von Feinden gesäubert, teilt euch der Titel das ebenfalls mit – ihr könnt nun also einfach vorpreschen, ohne weiterhin behutsam vorzugehen. Befinden sich Feinde in eurer Nähe, läuft das nach dem gleichen Schema ab, bis auf den Unterschied, dass ihr Bescheid wisst und euch entsprechend in den Tarnmodus begebt.
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