blur

Geniales Konzept oder lahmer Mario-Kart-Klon?

Seite 1: Blaue Blitze statt blauer Panzer

Im Vorfeld wurde blur als Mario Kart für Erwachsene beschrieben und auch die aktuelle Fernsehwerbung für das Spiel schlägt eine ähnliche Richtung ein. Und auch wenn wir diese Beschreibung für ein wenig verblödet halten - wer meint, er sei zu alt für Mario Kart, ist selber schuld - sind die Parallelen zu Nintendos beliebten Funracer durchaus berechtigt. Nur dass in blur eben echte (oder zumindest echte virtuelle) Autos über realistische Strecken heizen und versuchen mit einer Reihe von Power-Ups, die Gegner aus dem Rennen zu werfen. Eine seltsame und doch sehr interessante Kombination, die sich Bizarre Creations, bestens bekannt durch die Project Gotham Racing Reihe, da ausgedacht hat. Kann so etwas gut überhaupt gut gehen? Unser Review verrät es euch.

 

 



Blaue Blitze statt blauer Panzer
Auf den ersten Blich wirkt blur wie ein ganz normaler, vielleicht etwas hochstilisierter Racer. Ihr habt die Wahl zwischen einer beschaulichen Anzahl an Autos - ob nun Camaro, Audi R8, VW Scirocco oder sperriger Geländewagen - und liefert euch auf realistisch anmutenden Strecken hitzige Renngefechte. Ganz so einfach ist das alles dann aber doch nicht. Schließlich wären da noch die Power-Ups, die man sonst nur aus den allseits beliebten Funracern à la Mario Kart kennt. Zum Beispiel das Nitro-Power-Up, dass euch einen Geschwindigkeitsboost verleiht, der Stoß der wie ein roter Panzer einen Gegner vor euch direkt verfolgt oder der Abräumer der allen Autos in eurer näheren Umgebung Schaden zufügt. Außerdem gibt es noch Minen, Schilde, Reparatur-Power-Ups, alle ziemlich selbsterklärend, und noch zwei weitere. Was blur allerdings einen zusätzlichen Reiz verleiht, ist das gelungene Gesamtkonzept, in das diese Extras implementiert sind. So ist schon aus der Ferne sichtbar, welches Kästchen welches Power-Up enthält - bessere Power-Ups sind dabei oft schwerer zu erreichen - ihr könnt bis zu 3 Power-Ups auf einmal mit euch herum tragen und beliebig zwischen diesen wechseln. Dies sorgt für eine Menge taktischen Spielraum und obwohl das Spiel mit nur 8 Power-Ups etwas mager ausgestattet ist, sind diese dennoch so gut ausbalanciert, dass das Spiele auch langfristig Spaß macht und spannend bleibt.

 


Power-Ups und echte Autos.


Außerdem stehen euch noch so genannte Mods zur Verfügung. Im Einzelspielermodus eine und im Multiplayer bis zu 3 gleichzeitig. Diese Mods muss man sich vorstellen wie die Sonderfähigkeiten, die man bereits aus Modern Warfare oder auch Bioshock 2 kennt. Jede Mod verleiht euch eine bestimmte Fähigkeit, zum Beispiel dass ihr bei einem bestimmten Power-Up mehr Munition habt, und so könnt ihr euer Auto je nach eurem Spielstil mit spezialisierten Sonderfähigkeiten ausstatten.
Die letzte Komponente, die blur zu einem taktisch unglaublich tiefem Racer macht, ist die Fahrphysik. Diese ist irgendwo in der Mitte zwischen realistischem Fahrverhalten und Arcade einzuordnen und das Fahrverhalten einzelner Autos unterscheidet sich zum Teil drastisch. Manche Autos steuern sich sehr kontrolliert, andere Driften um die Kurven als hätten sie Hinterreifen aus Eis und Geländewagen wiederum....naja....könne ihre Stärken im Gelände so richtig ausspielen (sind aber sonst nicht wirklich zu gebrauchen).

 


Mit Mods könnt ihr eure Sonderfähigkeiten individuell anpassen.



Dies alles sorgt dafür, dass in blur der Zufall eine viel geringere Rolle spielt, als man im ersten Moment vielleicht denken würde. Klar kann es immer mal passieren, dass ihr quasi aus heiterem Himmel eure Führung einbüßen müsst, weil euch das eine oder andere Item in den Weg kommt. Dennoch hängt euer Erfolg in blur vor allem von einer guten Taktik ab. Wollt ihr einen schnellen Wagen so richtig ausfahren, müsst ihr auch das nötige Feingefühl besitzen, vor den Kurven Bremsen ist oft unausweichlich, und auch mit den Items solltet ihr clever umgehen. Sofortiges Abfeuern dieser bringt euch selten weit, stattdessen solltet ihr eure 3 Itemslots clever und langfristig ausnutzen.
Das Gameplay ist somit auch die größte Stärke blurs. Die Power-Ups sorgen für eine Menge verrückte Action und haarsträubende Situationen und dennoch müssen sich die besten Spieler nicht benachteiligt fühlen, weil ihnen der Sieg wieder einmal in der letzten Runde durch einen blauen Panzer aus den Händen gerissen wurde. Diese Kombination aus taktischer Tiefe und effektvollen Extras, gepaart mit lizensierten Autos und einem Schadensmodell machen blur zu einem Racer, der absolut einzigartig ist und sowohl dem Hardcore- als auch Nebenbeizocker eine Menge Freude bereiten wird.



 

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