Kleiner Mann, großes Spiel?
Napoleon ist schon ein besonderer Feldherr gewesen. Der kleine Franzose hat nicht nur zahlreiche Feldzüge angeführt, sondern bekommt jetzt auch sein eigenes Spiel spendiert: mit Empire: Total War hat Sega den neusten Teil der Total War-Serie veröffentlicht - und der steht seinen Vorgängern in nichts nach.
Von Italien nach Waterloo
Wer Napoleon: Total War nur als lauen Aufguss von Empire: Total War sieht, hat weit gefehlt, den mit Bonaparte in der Hauptrolle ist der Titel nicht nur der schönste, sondern auch der komplexeste Teil der Total War-Serie. Ihr schlüpft dabei in die Rolle von Napoleon oder zieht gegen ihn auf Seiten der Österreicher, Engländer, Russen oder Preußen in die Schlacht, um zu zeigen, dass ihr der ultimative Feldherr seid. In der nichtlinearen Kampagne folgt ihr den historischen Feldzügen von Napoleon, von Italien über Ägypten bis nach Russland. Dabei könnt ihr die Geschichte neu schreiben, denn der Ausgang des Krieges steht nicht fest, sondern liegt in euren Händen. Anfänger freuen sich zudem über ein ausführliches Tutorial, in dem ihr den jungen Napoleon während seiner militärischen Ausbildung in Korsika begleitet.
Neben dem offenen Ende ist Napoleon: Total War, wie man es von Creative Assembly gewohnt ist, historisch in vollem Maße korrekt umgesetzt. Der Lebensweg von Napoleon wird euch mit kleinen Texten und Filmchen näher gebracht, sodass auch Leute, die sich bis dato nicht mit dem bekannten Feldherr auseinandergesetzt haben, Spaß mit dem Titel haben werden. Der Detailreichtum geht aber noch weiter: jeder General, dem ihr auf dem Schlachtfeld begegnet, hat wirklich existiert, es gibt unterschiedliche Uniform- und Hutvariationen und die einzelnen Soldaten unterscheiden sich in ihrem Aussehen. Klonkriege gehören damit der Vergangenheit an.
![]() Die Gefechte werden hollywoodreif in Szene gesetzt |
Natürlich können Spieler, die Lust auf eine schnelle Schlacht haben, vorgefertigte, historische Schlachte zur See und auf dem Lande nachspielen. Mehrspielerfans frohlocken noch mehr: die Kampagne ist komplett im Multiplayermodus spielbar. Durch aktivierbare Drop-In-Gefechte ist es zudem möglich, auch im Einzelspielermodus gegen menschliche Kontrahenten anzutreten. Weiterhin dürft ihr online oder im Netzwerk auf über zwanzig Karten euer taktisches Geschick gegen bis zu acht menschliche Gegner zeigen. Dabei sind Schlachten zur See oder auf dem Land möglich.
Um die Welt
Eure nächsten Züge plant ihr auf der erneuerten, hübscheren Karte. Alle Gebiete sind mit hoher Genauigkeit den Zeitepochen Napoleons nachempfunden. Wichtig ist, dass ihr auch die wechselnden Jahreszeiten und die tropischen Gebiete beachtet. In der Wüste zeigen eure Männer mit hoher Wahrscheinlichkeit Verschleißerscheinungen aufgrund der enormen Hitze, im Winter fallen einzelne Truppen anhand mangelhafter Ausrüstung der Kälte zum Opfer. Mit der Zeit stocken sich eure Truppen zwar wieder auf, trotzdem ist es wichtig, angeschlagene Kämpfer aus der Gefechtszone zu ziehen, denn sonst sterben eure Recken spätestens an Müdigkeit und Erschöpfung und können gegen gegnerische Verbände nicht viel ausrichten.
![]() Witterungen wie Schnee schlagen sich auf die Moral eurer Truppe aus |
Natürlich müsst ihr nicht nur eure Armee im Auge behalten. Auch die eingenommenen Provinzen sollten eure Aufmerksamkeit genießen. Genügend Geld vorausgesetzt, könnt ihr die einzelne Städte zu Nachschubposten oder Forts ausbauen, könnt neue Einheiten rekrutieren und Steuern erhöhen, um die Staatskassen klingeln zu lassen. Auch die Forschung kommt im neuen Total War-Teil nicht zu kurz: in Bildungsstätten erforscht ihr anhand eines übersichtlichen Technologiebaums neue Technologien, um euren Feinden immer einen Schritt voraus zu sein. Mehr Städte bringen euch mehr Geld, deshalb ist es von oberster Priorität, Provinzen einzunehmen. Diese könnt ihr, wie aus dem Vorgänger bekannt, belagern. Daraufhin kann der Feind, wenn er seine Provinz aufgibt, das Feld verlassen, ohne das ein Schuss fällt. Meistens sind diese Belagerungen allerdings mit Gefechten verbunden. Siegt ihr, könnt ihr die Provinz übernehmen oder plündern - die Wahl liegt bei euch. Mit den Edelmännern (Spionen) könnt ihr euer Ziel zudem ausspionieren, sabotieren oder gar tödliche Attentate ausführen.
Feuer!
Seine ganze Schönheit spielt Napoleon: Total War aber in den filmreif inszenierten Echtzeitschlachten aus. Oben erwähnten wir bereits das unterschiedliche Aussehen eurer Soldaten, doch damit nicht genug. Überall werdet ihr Verbesserungen feststellen. Die Artillerie hat beispielsweise ordentlich zugelegt. Weiterhin ist es möglich, Kanonenkugeln und Kartätschenladungen abzufeuern, allerdings fallen Treffer viel verheerender aus. Kanonenkugeln prallen gar vom Boden ab und rollen durch feindliche Reihen. Oftmals hat die Artillerie anhand von fehlerhaften Feuerbefehlen allerdings auch unsere eigenen Soldaten umgenietet. Die KI hat also weiterhin ihre Macken, besonders bei der Wegfindung, sich aber auch verbessert. Egal ob Freund oder Feind: die Truppen verteidigen Engpässe, fallen euch in die Flanke und schlagen deutlich mehr Sturmangriffe - da kommt Schlachtfeldatmosphäre auf, gleichzeitig ist Napoleon: Total War aber auch fordernder als seine Vorgänger. Gerade die späteren Kampagnen dürften Neulinge schnell überfordernd, zumal ihr als Napoleon immer nur begrenzte Zeit habt, eure Missionen zu erfüllen - taktisches Vorgehen ist ein Muss. Napoleon kann übrigens, im Gegensatz zu anderen Generälen, nicht sterben, sondern nur verletzt werden. Daraufhin fällt der famose Feldherr allerdings aus und kann seine Truppen nicht mehr motivieren - denn darin kann ihm kein General das Wasser reichen, was Napoleon essentiell und besonders macht.
![]() Die strategische Übersichtskarte wurde überarbeitet und ist übersichtlicher als zuvor |
Auch zur See leistet sich Napoleon: Total War noch das ein oder andere Manko: die Wegfindung kränkelt auch hier, die Übersicht geht gerade bei großen Gefechten schnell flöten. Toll sehen die Seeschlachten trotzdem aus, ebenso wie die Gefechte an Land. Wer die volle Pracht des Titel genießen möchte, benötigt dafür einen ordentlichen Rechenknecht. Doch auch auf älteren Maschinen läuft Napoleon: Total War - die Grafikoptionen entsprechend angepasst - recht flüssig, sieht aber immer noch gut aus. Kleine Details wie wehende Fahnen, umherfliegendes Laub und Befehlsschreie runden das absolut tolle Gesamtbild ab.
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Napoleon: Total War
Strategie
Entwickler: Creative Assembly
Verlag: Sega
Mit Napoleon: Total War schlägt die von Kritikern gefeierte Total War Serie ein neues, spannendes Kapitel auf und fesselt dabei durch seine großartig inszenierte Erzählweise. Vom Italienfeldzug bis zur Schlacht von Waterloo – Napoleon sorgt für zwei Jahrzehnte erbarmungsloser Gefechte in einer in Flammen stehenden Welt und lässt den Spieler eine einzigartige militärische Karriere hautnah miterleben. Ob Sie als Napoleon selbst oder aber gegen den berühmten Feldherren in die Schlacht ziehen – der Sieger dieses Krieges steht noch nicht fest. Der Lauf der Geschichte hängt von Ihrer ...weiterlesen

Verlag: Sega
Mit Napoleon: Total War schlägt die von Kritikern gefeierte Total War Serie ein neues, spannendes Kapitel auf und fesselt dabei durch seine großartig inszenierte Erzählweise. Vom Italienfeldzug bis zur Schlacht von Waterloo – Napoleon sorgt für zwei Jahrzehnte erbarmungsloser Gefechte in einer in Flammen stehenden Welt und lässt den Spieler eine einzigartige militärische Karriere hautnah miterleben. Ob Sie als Napoleon selbst oder aber gegen den berühmten Feldherren in die Schlacht ziehen – der Sieger dieses Krieges steht noch nicht fest. Der Lauf der Geschichte hängt von Ihrer ...weiterlesen



