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Dark Void Genreüberflieger oder Fehlzündung?
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Die Wiederbelebung alter Retroklassiker ist im Hause Capcom zu einer ziemlich beliebten Verkausstrategie geworden - und das auch mit Erfolg! Street Fighter oder Megaman sind dafür beste Beispiele und auch Bionic Commando konnte bei uns eine respektable Wertung abräumen. Nun belebt Capcom also einen weiteren Klassiker wieder: Dark Void! "Dark watt? Kenn ich nicht!", werden sich jetzt einige von euch denken. Dark Void basiert nämlich nicht auf einem Retroklassiker per se, sondern auf einem Spiel, das für ein Arcadegerät entwickelt wurde, das allerdings nie veröffentlicht wurde. Womit auch das Schicksal des Spiels besiegelt wurde - zumindest vorerst! Denn Besitzer eines Nintendo DSi können sich diesen Retrotitel unter dem Namen Dark Void Zero jetzt über DSiWare herunterladen. Um Dark Void Zero soll es in diesem Artikel aber gar nicht gehen, sondern vielmehr um den von diesem Retrotitel inspiriertem Nextgen-Pendant Dark Void. In unserem Review des Spiels verraten wir euch nämlich, was der Titel so alles auf dem Kasten hat.

Enter the Void
Trotz des ziemlich nach Science-Fiction aussehendem Setting spielt Dark Void in der Vergangenheit, kurz vor dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs um genau zu sein. Ihr übernehm die Rolle von Will, der zusammen mit seiner Ex-Freundin Ava einen scheinbar ganz normalen Frachtflug erledigen muss. Nur führt dieser leider über das berühmt-berüchtigte Bermuda-Dreieck. Das kann natürlich nicht gut gehen und so überschlagen sich die Ereignisse: Ein seltsames Ufo rammt Will's Flugzeug, das Flugzeug stürzt ab, wobei Will's Copilot stirbt (was Will und Ava nicht allzu lange aufzuhalten scheint). Und so findet sich das ehemalige Paar in einer verschollenen Dschungelwelt innerhalb des Bermuda-Dreiecks wieder. Dort treffen sie auf primitive, religiös-fanatische Ureinwohner, Nikola Tesla und eine den Menschen feindlich gesinnte Alienrasse, die Beobachter, die letztendlich nichts anderes als in Robotoranzüge gequetschte Schnecken sind. Irgendwann landet Will dann in der sogenannten Leere und spätestens ab dann verliert das Spiel jeglichen Bezug zur Realität. Dem einen oder anderen mag diese Storyzusammenfassung jetzt reichlich konzentriert erscheinen und das ist sie auch - mit voller Absicht! Denn bei aller Liebe, die Story stellt wohl so ziemlich den schwächsten Aspekt von Dark Void dar. Dies liegt nicht einmal so sehr an der Story an sich, sondern vielmehr an der fehlenden Tiefe der Charaktere. Gefühle und Motivationen der Charaktere kommen fast gar nicht rüber, teilweise kommt es einem auch so vor als wären Zwischensequenzen ganz ausgelassen worden, das Spiel scheint manche Storyentwicklungen als selbstverständlich zu sehen, die so nicht nachzuvollziehen sind. Dies führt letztlich dazu, dass ihr euch wenig für den Hauptcharakter selber interessiert und die Story mal wieder in das alte Held-versucht-seine-Freundin-aus-den-Klauen-fieser-Bösewichte-zu-retten Klischee abdriftet. Schade! Da wäre definitiv mehr drin gewesen.
Aber Schwamm drüber! Shooter haben sowieso selten gute Stories. Nur scheint es bei Dark Void ein wenig so, als hätten sich die Entwickler bei der Story echt etwas gedacht. Aber dafür haben wir ja schließlich unser Jetpack. Gameplaytechnisch betritt Dark Void in vielerlei Hinsicht nämlich absolutes Neuland.

 


Nikola...Tesla? Dark Void ist stellenweise reichlich abstrus.



Dark Void ist kein normales Actionspiel, sondern ein Hybrid aus 3rd-Person-Shooter und Luftkampf-Actiongame. Der Hauptcharakter Will trägt ein Jetpack auf dem Rücken, mit dem er sich mühelos in die Luft katapultieren kann. Das Interessante daran ist, dass dadurch der stufenlose Übergang zwischen ganz normalem Geballer aus der Deckung heraus und wilden Dogfights in der Luft möglich ist.

Oben, unten, links, rechts
Schaut man sich die 3rd-Person-Shooter Elemente von Dark Void an, so wirkt das Spiel erst einmal ziemlich generisch. Ihr könnt aus einem relativ spärlichem Arsenal 2 Waffen auswählen, die ihr während des Levels mit euch tragt. Die Waffen lassen sich übrigens auch mit im Spiel gesammelten Technologiepunkten aufwerten. Dazu habt ihr noch ein paar Granaten und das war's dann auch schon. Mit dieser Bewaffnung, müsst ihr euch nun ganz typisch hinter Deckung verschanzen und nach und nach einen Gegner nach dem anderen niedermähen. Ganz typisch also. Nur leider macht Dark Void - gerade wenn man bedenkt, wie sehr sich der 3rd-Person-Shooter inzwischen schon etabliert hat - seine Sache nicht besonders gut. Das Arsenal ist wie bereits erwähnt, recht spärlich, das Hechten von Deckung zu Deckung fühlt sich teilweise ziemlich unintiutiv an, die Gegner-KI lässt zu wünschen übrig und das Spiel ist nicht komplett ausbalanciert, was sich vor allem durch die viel zu starken Nahkampfangriffe und das viel zu effektive Blindschießen aus der Deckung äußert. Die ganz normalen Shooterpassagen sind alles andere als furchtbar, verfehlen aber leider die von anderen Genrevertretern gesetzten Maßstäbe.

 


Euer Arsenal ist verdammt spärlich.



Aber Dark Void hat noch eine Menge mehr zu bieten. Da wäre zum Beispiel der Vertical-Combat, der das Kampfgeschehen quasi auf den Kopf stellt (auf die Seite, um genau zu sein). Dank eures Jetpacks könnt ihr nämlich auch steile Klippen und Hänge hochfliegen, wobei ihr euch von unten an Geländer oder ähnliches krallt und dann nach oben schießt, um dort befindliche Gegner abzuballern. Die generellen 3rd-Person-Shooter Prinzipien gelten auch hier noch. Deckung ist Pflicht und wer gut voran kommen will, sollte clever hin und her hechten. Dabei kommt es oft genug vor, dass an manchen Stellen des Spiels von scheinbar allen Seiten Gegner auf euch einstürmen. Dies sorgt mal für eine gelungene Intensivierung des Kampfgeschehen, mal ist es auch ziemlich verwirrend und frustrierend, aber insgesamt macht der Vertical-Combat dann doch eher einen positiven als einen negativen Eindruck. Der Ebenenwechsel meist ziemlich gelungen, bringt ein paar neue Elemente ins Spiel und bietet eine nette Abwechslung. Leider gewöhnt man sich im Laufe des (relativ kurzen) Spiels schnell daran.



 

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Verlag Capcom

Mit Dark Void erscheint für PS3, Xbox 360 und PC ein Sci-Fi-Action-Adventure, das hitzige Feuergefechte sowohl in der Luft als auch am Boden miteinander verbindet. Als Schauplatz dient ein Paralleluniversum – „The Void“ genannt: Spieler übernehmen die Rolle von Will, einem Piloten, der sich unter widrigen Umständen in dieser mysteriösen Dimension wieder findet. Der Held wider Willen schließt sich einer menschlichen Rebellengruppe namens „Survivors“ an, die um ihr Überleben kämpft. Gefangen in dem Paralleluniversum „The Void“, setzen sie sich gegen eine Alien-Rasse zur Wehr, die ... [...]

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