Ein spielbarer Film
In 15 Days verschlägt es euch ins heutige London, in dem gleich zwei scheinbar zusammenhangslose Storys miteinander verknüpft wird. Einerseits geht es um einen minuziös eingefädelten Kunstraub andererseits um die Ermittlungen zum Mord des britischen Außenministers. Die Story, die hinter dem ganzen steckt erlebt ihr aus zwei Perspektiven in denen ihr in typischer Adventuremanier die Umgebung untersucht, Rätsel löst und Dialogen lauscht. Das Konzept klingt also schon einmal ziemlich vielversprechend, doch wie gelungen ist das Spiel wirklich? Unser Review gibt Aufschluss.
Tote Außenminister und wertlose Bilder
Cathryn, Mike und Bernard verdienen sich ihren Unterhalt auf etwas ungewöhnliche Weise, durch Kunstdiebstahl. Dabei sind die drei aber nicht die typischen Verbrecher, sondern Diebe mit Moral und dabei vor allem eins - erstaunlich normal. Jedenfalls erhalten diese einen ziemlich ungewöhnlichen Auftrag. Für einen riesigen Geldbetrag sollen die drei ein verhältnismäßig wertloses Bild aus dem Londoner Tate Museum klauen.
![]() In 15 Days dürft ihr die Rolle von Kunsträubern übernehmen. |
Szenenwechsel. Hauptcharakter ist nun Jack Stern, Mitarbeiter der amerikanischen International, der wohl so ziemlich jedes Privatdetektivklischee erfüllt. Unaufgeräumtes Büro, ständig am Trinken und Rauchen, sarkastisch bis zum Gehtnichtmehr. Weitab von seiner Heimat muss Jack Stern nun den Mord am britischen Außenminister aufklären, dessen Todesursache zunächst völlig im Dunkeln liegt. Während Jack Stern seine Ermittlungen beginnt, trifft das Diebestrio die ersten Vorbereitungen für ihren großen Clou und bald kreuzen sich die Wege von Jack, Cathryn, Mike und Bernard und tatsächlich scheinen der Mord am Außenminister und der mysteriöse Auftrag der Drei irgendwie miteinander verbunden zu sein.
![]() Kameras sind in London allgegenwärtig. |
Gerade in Adventurespielen nimmt die Story immer eine große Rolle ein und deshalb wollen wir an dieser Stelle auch noch nicht allzu viel vorweg nehmen. Gelungen ist die Story aber allemal, denn man merkt sowohl Story als auch Dialogen an, dass sich die Jungs von House of Tales echt Mühe gegeben haben. Die Story ist interessant und gut aufgebaut und gerade das Prinzip der zwei nur scheinbar voneinander unabhängigen Storys bietet eine große Motivation. Dabei driftet die Story nie ins absurde ab. Manche Textstellen wirken zwar beizeiten etwas unangebracht, wie zum Beispiel Cathryns stetiges Hadern mit der eigenen Moral oder einige Aussagen des etwas stoffeligen Computerexperten Mike, diese kleineren "Mängel" verzeiht man dem Spiel aber gern, gerade deshalb, weil die Charaktere ansonsten von Grund auf sympathisch sind und die Dialoge gut geschrieben sind, an manchen Stellen sogar direkten Bezug auf die Realität und aktuelle politische Situationen nehmen, wie etwa die komplette Zupflasterung Londons mit Überwachungskameras an jeder Ecke. Letzten Endes ist es nicht mal die Story an sich, die das Spiel interessant macht, sondern vielmehr die einzelnen menschlichen Schicksale, die mit dieser Story verbunden sind.
Kommentare (0) | Matthias
Bewertung: 4.0 Punkte
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15 Days

Adventure
Verlag: dtp entertainment
In 15 Days raubt eine dreiköpfige Aktivistengruppe in akribisch vorbereiteten Coups wertvolle Gemälde aus den bestbewachten Museen der Welt, um sie dann an anonyme Auftraggeber zu verkaufen. Die Millionenerlöse spendet die Gruppe in Robin-Hood-Manier für wohltätige Zwecke. Ihre Einbrüche empfinden sie nicht als Straftaten - ihr Ziel ist es, den Reichtum exzentrischer Kunstsammler an Bedürftige zu verteilen. Unterdessen hat Interpolagent Jack Stern einen Mordfall zu lösen. Außenminister Henston ist völlig überraschend an seinem Schreibtisch zusammengebrochen und am Folgetag verstorben. Mord ...weiterlesen


