Alarm für Cobra 11: Highway Nights

Ihr Revier ist die Autobahn

Seite 1: Ihr Revier ist die Autobahn

Mit Alarm für Cobra 11: Highway Nights steht der mittlerweile siebte Teil der Videospielserie im Handel. Als Entwickler zeigen sich abermals die Gütersloher von Synetic verantwortlich, die damit ihren vierten Ableger der Serie entwickeln. Ob der Titel ähnlich rockt wie die erfolgreiche Fernsehserie oder doch hinter den Erwartungen zurückbleibt erfahrt ihr in unserem Testbericht.

Einsatz für Cobra 11
In Highway Nights übernehmt ihr die Rolle von Semir Gerkhan und Ben Jäger, beide bekannt aus der Erfolgsserie Alarm für Cobra 11. Das Spiel gliedert sich in einen Karrieremodus, Einzelrennen und einen Mehrspielermodus, der auf Splitscreenduelle begrenzt ist. Neu ist die Hintergrundgeschichte, die Synetic dem Titel spendiert hat. Bereits zu Beginn erfahrt ihr in einer Zwischensequenz, worum es geht: ein Van fährt über einen Flugplatz, gefolgt von mehreren Polizeiautos, darunter auch die beiden Kommentare Gerkhan und Jäger. Ein gutes Ende hat die Sequenz allerdings nicht: der Van rast in ein vollbesetztes Passagierflugzeug, welches daraufhin in Flammen aufgeht.


Mit den Serienhelden Gerkhan und Jäger geht ihr auf Verbrecherjagd

 

Daraufhin finden wir uns im Spiel wieder. Das Programm zeigt uns anhand einer trostlosen Texteinblendung, dass wir uns sieben Tage vor dem Ereignis am Flughafen befinden. Neben dem Hauptakt haben unsere Kommissare allerdings noch mehr zu tun: Tuningclubs lahmlegen, Bombenanschläge vereiteln oder gar den örtlichen Bäcker aufsuchen: für eine Vielfalt an Aufträgen ist gesorgt. Was sich so gut anhört, wurde allerdings nur sehr lieblos umgesetzt: Zwischensequenzen zeigen euch das Gelände, untermalt von Kommentaren der Kommissare. Die können immerhin durch die Originalstimmen von Erdogan Atalay und Tom Beck beeindrucken, was vor allen Dingen für Fans der Serie interessant sein durfte.

Viel zu tun
Wie wir oben bereits erwähnten, haben unsere Helden allerhand zu tun. Hier ist der neuste Spross der Serie recht umfangreich ausgefallen: in mehr als 50 Missionen wird euer Geschickt bei der Autobahnpolizei gefragt. Einige Aufträge sind dabei ziemlich harte Nüsse, während andere Jobs recht einfach von der Bühne gehen. Profis wie Anfänger werden also gleichermaßen gefordert. Das Spiel bewertet euch beim absolvieren der Missionen - fahrt ihr beispielsweise öfters euren Wagen zu Schrott, fällt die Bewertung entsprechend schlechter aus.

Bei der Verbrecherjagd könnt ihr auf über 40 Fahrzeuge zurückgreifen, die ihr nach und nach freispielen müsst. Egal ob Dienstagen der Polizei in Zivil oder dem bekannten Blau, getunte Sportwagen oder gar Dreiräder - Entwickler Synetic hat sich redlich Mühe um Abwechslung gegeben. Damit ihr auch ordentliche auf das Gaspedal treten könnt, wurde dem Titel ein 200 km großes Straßennetz spendiert. Auf den Straße ist auch allerhand los - Tag und Nacht. Richtig gehört: erstmals beherrscht das Programm unterschiedliche Tageszeiten. Warum die sonst so lebendig wirkende Stadt allerdings keine Einwohner hat - Passanten sind weit und breit nicht sichtbar - bleibt uns allerdings ein Rätsel. Trotzdem wirkt die Stadt wie bereits geschrieben äußerst lebendig, was nicht nur am regen Verkehr auf den Straßen liegt. Oftmals entdeckt ihr versteckte Routen, die so nicht angezeigt werden, könnt Objekte zerstören und über gewaltige Rampen springen.


In Highway Nights sind Blechschäden Standard

 

Könnt ihr die bösen Gangster selbst mit der dicksten Karre nicht aufhalten, dürfen Semir und Ben neuerdings auch auf ihre Pistole zurückgreifen. Haltet ihr lange genug auf ein Auto drauf, löst sich das Gefährt letztendlich in einer großen Rauchwolke auf - uns haben dabei die Explosionseffekte besonders gut gefallen. Weniger gefallen hat uns die Tatsache, dass die Kommissare scheinbar in der Lage sind, durch die Windschutzscheibe zu schießen.

Übertreib nicht
Trotz allem verzichtet Highway Nights auf ein realistisches Gameplay. Höchstgeschwindigkeiten jenseits der Schalmauer, überdimensional weite Sprünge und Explosionen die einer Atomardetonation gleichen sind zwar nicht unbedingt realitätsgetreu, unterstreichen aber das actionreiche Gameplay. Auch die Steuerung hält dabei an gängigen Arcade-Standards fest und fällt dementsprechend simpel aus, zudem gibt es bei den unterschiedlichen Fahrzeugen keine Änderungen im Handlung - ob Monster-Truck oder normaler PKW - die Vehikel steuern sich ständig gleich.


Die Spielewelt erinnert entfernt an Köln

 

Etwas nervig fällt das Navigationsgerät auf. Richtungsänderungen führt das System sehr abrupt durch - bei einigen KM/H auf dem Tacho noch rechtzeitig abzubiegen, wenn das Programm einen gefühlten Meter vor der Abfahrt oder Kurve die Route ändert ist so gut wie unmöglich. Oftmals mussten wir Missionen wegen diesem Manko neu beginnen, weil uns das verfolgte Auto aufgrund dieses Mankos flüchten konnte.

Kölsche Jung
Grafisch hat uns Highway Nights sehr gut gefallen. Das liegt nicht nur an der belebten Spielwelt, die etwas an Köln erinnert und deshalb erfreulich unverbraucht daher kommt, sondern auch an den detaillierten Modellen der unterschiedlichen Autos. Die Karren verfügen zudem über ein tolles Schadensmodell, was die zahlreichen Crashs auch in ein optisch schönes Licht rückt. Verbeulte Motorhauben, Lackschäden und umherfliegende Reifen sind da nur Fallbeispiele. Nervig fielen uns allerdings vereinzelte Popups sowie stellenweise unscharfe Texturen in die Gewichtung.


Erstmals in der Serie seid ihr auch Nachts unterwegs

Die Motoren der einzelnen Fahrzeuge können sich - sowie die Musikuntermalung und die Synchronisation - hören lassen, aber nicht mit aktuellen Genregrößen mithalten. Schade bleibt im Endeffekt der Fakt, dass man Semir und Ben nicht mal in einer virtuellen Fassung erleben, sondern nur den Stimmen der beiden Kommissare lauschen darf.



 

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